Darlie Routier
Ein Gastkommentar von
Berthold KynastWir möchten hier gerne berichten, wie wir dazu kamen, Darlie Routier bzw. ihrer Familie in Texas zu helfen, die systematisch ruiniert wird, und zwar von denen, die normalerweise gegen Verbrechen schützen sollten: Polizei,Staatsanwaltschaft und Richterschaft.
Leider haben wir nur unser Herz, unsere Liebe und unsere Zeit (auch die nur sehr begrenzt). Geld, das sie gerade jetzt dringend bräuchten, können wir ihnen leider nicht geben.
Bis etwa zur letzten Januarwoche 1998 waren die USA für uns das perfekte Paradies der Welt schlechthin, in dem wir sogar zu leben wünschten. Dann kam in den Nachrichten die erste Meldung über die geplante Hinrichtung von Karla Faye Tucker, die aber im Gefängnis eine echte Christin geworden war. Das schockierte uns, und wir beteten darüber und suchten im Internet nach Informationen, um uns eine Meinung zu bilden, ob sie wirklich Unterstützung verdiente. Nachdem wir die Webseite von der Gemeinde fanden, die sich um sie kümmert, fanden wir, daß wir sie auf jeden Fall unterstützen und für sie beten sollten, weil sie sich wirklich geändert hatte. Als wir dann hörten, daß sie hingerichtet war, waren wir erst mal drei Tage vor Schmerz fast krank, ein nagender Schmerz, als wenn ein Messer kreuz und quer durchs Herz fährt. Übrigens ging es uns genauso, als wir dann zum ersten Mal über Darlie hörten.
Einige Wochen später kamen wir über den Pastor von Karla, David Kirschke von Lifeway Ministries in Hungerford, Texas (
http://www.lifeway.org , wir können es nur empfehlen, sich diese einzigartige Webseite anzuschauen), mit Ron Carlson in Kontakt, der auf CNN berichtet hatte, wie Gott ihm half, Karla zu vergeben, daß sie seine Schwester getötet hatte. Das beeindruckte uns sehr, und wir bekamen dann von Pastor Kirschke die Email-Adresse von Ron. Und als Ron dann kurz darauf seine Webseite ins Internet stellte, sahen wir darauf ein Link zur Webseite von Darlie. Wir klickten darauf, und es war uns schon nach kurzem Lesen der Inhalte klar, daß sie unmöglich schuldig sein konnte, und dann ging es ganz schnell weiter mit vielen Emails an verschiedene Organisationen, wobei wir erst ca. 1 Woche später überhaupt auf der Webseite die Adresse des Webmasters fanden und dorthin schrieben.Bei Darlie, die des Mordes an zwei ihrer Kinder beschuldigt, jedoch nur wegen einem Kind angeklagt wurde, weil man die entsprechende Tatwaffe nie fand, und die man dann zum Tode verurteilte, beruht allein der Haftbefehl schon auf mehreren Meineiden (z. B. daß der Rindenmulch unter dem aufgeschlitzten Fenster nicht zertreten, und deshalb kein Eindringling eingebrochen war, dort ist aber nur BETON). Der Ehemann hat von Anfang an, so wie die gesamte Familie, uneingeschränkt zu seiner Frau gehalten. Deshalb hat man ihm auch noch ihren einzigen, überlebenden Sohn (bei ihrer Verhaftung am 18. Juni 1996 acht Monate alt) weggenommen. Zwar darf der Kleine bei seinen Großeltern leben, aber trotzdem ist der Status so, daß sein Vater ihn nicht auf Dauer haben darf.
Das Ehepaar (Darin 32, Darlie 30) hat sich schon jung durch harte Arbeit selbst ein Testlabor für Leiterplatten mit jährlichem Gewinn von ca. US$ 150000 aufgebaut. An Weihnachten gingen sie mit ihren Kindern zusammen zu Familien, von denen sie wußten, daß sie arm waren, und schenkten den Kindern Geschenke. Und das ist die Familie, die nun so erniedrigt und zerstört wird.
Inzwischen sind die Ermittlungen soweit vorangekommen, daß zumindest der dringende Verdacht besteht, daß ein Verwandter des Detektivs der den Fall untersuchte, das Verbrechen begangen hat, dessen Auto nachweislich direkt nach den Morden am Haus, und in den Tagen davor mehrmals auf verdächtige Art und Weise vor dem Haus auf und abfahrend gesehen wurde. Dieser Mensch ist drogensüchtig und sitzt bereits auch wegen mehrerer Gewaltverbrechen mit geradezu lächerlichen Haftstrafen im Gefängnis.
Nun hat man auch noch jede Menge Fehler im Gerichtsreport festgestellt, und das Urteil ist möglicherweise kurz davor, umgestoßen zu werden. Aber die Familie hat einfach keine Finanzen mehr. Letztes Jahr begann der Millionär Pardo aus Texas, der sich für solche Menschen engagiert, die Summen zu bezahlen, die dafür erforderlich sind, doch jetzt wendet er sich gegen den Ehemann, d.h. er behauptet ohne jeden Grund und Beweis, daß der Ehemann von Darlie dies Verbrechen begangen hätte; jetzt ist bereits der eine Anwalt soweit herumgebracht, daß er auch dieser Meinung nachhängt, und zwar weil er von diesem Millionär bezahlt wird.
Der Top-Ermittler der Familie jedoch hat gesagt, es gibt hierfür nicht die geringsten Anhaltspunkte, und deshalb bezahlt Pardo diesen Mann jetzt nicht. Im Gegenteil, Darin opfert sich buchstäblich selbst, um seine Frau wieder zu bekommen. Er schont sich nicht im Geringsten und schuftet Tag und Nacht, um ihren Anwälten zu helfen. Er mußte sein gesamtes Geschäft verkaufen, um Geld zu sammeln und hatte somit noch nicht einmal mehr eine Arbeit, mit der er seinen Lebensunterhalt verdienen könnte. Neulich gab ihm der Käufer das Geschäft wieder zurück, wahrscheinlich aus finanziellen Gründen. Von daher hat er jetzt wieder Arbeit, aber fast alle Kunden verloren, weil ja niemand mit der Firma eines Mannes zusammenarbeiten wollte, dessen Frau zum Tod verurteilt war und der zu ihr hielt. Zum Glück hat der Ermittler der Familie versprochen, dies mit ihnen durchzustehen, auch wenn er von dem Millionär nicht bezahlt wird, aber es wäre viel besser, wenn dieser aufrichtige Mann sein Geld bekommen könnte. Sowohl Ermittler als auch Anwalt sind die teuersten und besten, die man dort jetzt bekommen kann, weil der Fall so schwerwiegend ist.
Stephen Cooper, der Hauptanwalt von Darlie, weiß, daß ihr Mann überhaupt nichts mit den Morden zu tun hat. Das ist das eigentliche Problem: hier arbeiten zwei Anwälte an einem Fall, aber einer hat eine völlig andere Richtung als der andere. Hätte die Familie Geld, dann könnten sie sich von Pardo loseisen und Darlie wäre wahrscheinlich schon längst frei, weil die Ermittlungen von Pardo natürlich auch nur in Richtung des Ehemanns von Darlie gehen, und in keine andere Richtung, wodurch der richtige Mörder natürlich weiterhin in Freiheit sein kann, und Darlies Zeit vergeudet wird. Wir haben Darlies Ehemann als sehr rücksichtsvoll, intelligent und selbstlos kennengelernt. Er war vom 16.-20. März 2000 hier bei uns, weil wir gemeinsam auf eine Konferenz in Dänemark für unschuldig Verurteilte gingen, wo Darin Routier sprechen, und Aufmerksamkeit für die Situation seiner Frau wecken wollte. Seine von Pardo beanstandeten Reaktionen kommen einfach von einem starken Charakter, der sich so leicht nicht aus der Ruhe bringen läßt, sonst hätte er diesen Alptraum doch nicht bis hierher durchgestanden, oder? Viele Eltern, die solch ein Trauma des Verlustes eines Kindes durch Mord durchgemacht haben, sind auf Dauer Wracks, verlieren ihre Jobs, Ehen gehen in die Brüche und viele bringen es nicht fertig, auch nur einen einzigen Tag am Stück ohne Probleme durchzuarbeiten. Dies sagen wir nicht, um diese Eltern negativ darzustellen, sondern nur um zu zeigen, welch eine unwahrscheinliche Anstrengung der Mann von Darlie hier durchsteht. Stellen Sie sich nur mal vor, Darin Routier, der Ehemann von Darlie hat nicht nur den Schmerz des Verlustes von gleich zwei Kindern zu bewältigen, sondern ihm wurde auch noch seine Frau genommen, und das, wo die beiden sich in diesem unsagbaren Schmerz gegenseitig so dringend gebraucht hätten. Wir kennen Eltern, die ihr Kind durch Mord verloren (darauf kommen wir weiter unten noch, und die sagten uns, oft konnten sie den Schmerz nur ertragen, weil sie sich beide ganz fest in den Arm nahmen, aber das können Darin und Darlie nie).
Die Ruhe und die Stärke von Darlie und ihrem Mann haben sie beide durch ihr Vertrauen auf Gott. Schon vor dieser Tragödie, nicht erst danach, richteten sie ihr Leben nach biblischen Prinzipien aus, und hätten allein schon aufgrund ihrer Glaubenshaltung nie menschliches Leben ausgelöscht, schon gar nicht das ihrer eigenen Kinder. Was durch die Medien und die Staatsanwälte über sie der Öffentlichkeit berichtet wurde, war reinste Verleumdung und Verdrehung der Tatsachen.
Wir können Darlie deshalb so gut verstehen, weil wir uns 1996 gedrängt fühlten, mit einer Familie, die eine Tochter durch Vergewaltigung und Mord verloren hatte, Kontakt aufzunehmen, als dies in den Medien berichtet wurde. Wir haben für diese Familie gebetet und hatten dann den Eindruck, wir sollten ihnen einfach unsere Liebe geben. Ich bin dann auch hingefahren, und habe geklingelt, dem Vater des Kindes die Hand gedrückt und ihm gesagt, daß wir für sie beten und ihnen gerne einfach Liebe geben möchten, um sie zu trösten. Dann fuhr ich wieder heim. Ich werde niemals das Aufleuchten in seinen Augen vergessen, und nach dem dritten Mal bat er mich in das Haus, und seitdem haben wir einige Male mit ihnen als Familie geredet, sind bei ihnen gewesen, haben mit ihnen gemeinsam gebetet, zu Weihnachten Plätzchen gebracht als Überraschung usw. Es hat sich einfach ein herzlicher Kontakt und echtes Vertrauen entwickelt, obwohl sie auch so viele böse Briefe und Anrufe bekamen, weil sie die Beerdigung eben nicht wie eine Trauerfeier im üblichen Sinne feierten, weil sie einfach nicht wahrhaben wollten, daß sie ihre Tochter für immer verloren hatten. Das Gleiche ist auch bei Darlie geschehen. Nur bei ihr hat man diese Geburtstagsfeier für ihren Sohn, der ja nur eine Woche nach seiner Ermordung Geburtstag gehabt hätte, als Grundlage für das Todesurteilhergenommen, als die Feier einer Mutter, die sich über den Tod ihrer Kinder freute, und daher dies selbst getan haben soll. Das ist eine Lüge, und wir wollen alles tun, daß sie wieder zu ihrer Familie kommt.
Noch ein Wort zu den Bedingungen von Darlie im Gefängnis. Von Oktober 1998 bis einschließlich Februar 2000 war Darlie im Lew Sterrett Justice Center in Dallas untergebracht, und zwar wegen der Anhörungen um das völlig unbrauchbare Gerichtsprotokoll. Sie lebte unter folgenden Bedingungen (und wird unter diesen leben , wenn sie Ende Mai wieder nach Dallas gebracht wird):
In einer Zelle von ca. 180 x 240 cm Größe ohne Fenster, ohne Tageslicht und Frischluftzufuhr nur aus der Umwälzanlage, die die Luft im Gefängnis durch alle Zellen pumpt. Da das Gefängnis nur für kurzzeitige Unterbringung vorgesehen ist, und auch sonst die getrennte Unterbringung von Todeszelleninsassen nicht garantieren kann, hatte sie nie Ausgang im Freien, d. h. sie hat tatsächlich 1 1/2 Jahre nicht die Sonne und das Tageslicht gesehen, geschweige denn frische Luft gehabt. Zum Essen gab es fast immer das gleiche vitaminlose und gehaltlose Essen. Im Januar 1999 bekam sie wegen der Ansteckung aus der aus anderen Zellen umgewälzten Luft eine Virusgrippe mit ca. 42 Grad Fieber. Sie war so schwach, daß sie ca. eine Woche nicht einmal Besuch empfangen konnte. Man gab ihr nicht mal eine zusätzliche Decke, und sie wurde auch nicht ins Krankenhaus verlegt. Außerdem läßt die Gefängnisverwaltung Tag und Nacht fast stündlich Sirenen an- und abschwellen, um den Insassen einen durchgehenden Schlaf zu rauben. Zusätzlich mußte Darlie die dauernden Schreie der geistesgestörten Gefangenen ertragen, weil sie in diesem Trakt untergebracht war, weil nur dort ihre getrennte Unterbringung gewährleistet war. In diesem Lew Sterrett Center wurde sie auch inhaftiert, direkt nachdem man sie 1996 verhaftet hatte, und drei Tage splitternackt in einer sogenannten Suicide Watch-Zelle mit lediglich einer Matraze und nicht mal einer Decke untergebracht. Nachdem wir durch unseren Kontakt zu einer Familie, die ein Kind durch Mord verloren hat, wissen, was so eine Mutter durchmacht, hat es uns zutiefst empört, was man Darlie angetan hat und ihr noch antut.
Das Buch über Darlies Fall, das ihre Unschuld beweist, haben wir hier in ca. 70 Exemplaren vorliegen. Titel: Media Tried... Justice Denied.
Wenn Sie zu unserer Webseite gehen, dann lassen sich dort Autoaufkleber für die Heckscheibe, Infoblätter und Petitionen für Darlie in drei Sprachen direkt vom Web ausdrucken. Darlie hat einen Bezug zu Deutschland und ist sehr dankbar, daß die Menschen hier sie unterstützen.
Ich möchte noch darauf hinweisen, daß wir in AOL Deutschland bereits zwei deutsch- amerikanische Chats über den Fall von Darlie hatten. Weitere sind geplant. Es finden auch in den USA öfter Chats über den Fall statt, die von dem Webmaster der US-Seite angekündigt und arrangiert werden.
Vielen Dank für alle Mithilfe für Darlie. Ihre Adresse steht auf unserer Webseite
http://go.to/darlie unter Menüpunkt 12. Dort sind auch die ganzen anderen Tips, wie man am besten helfen kann.Wir unterstützen und trösten Darlie als ganze Familie, auch die Kinder, über deren Bilder und Zeilen sie sich ganz besonders freut.
Berthold & Christine Kynast mit Kindern Esther (10) und Tabea (7)