Julaiha Begum

Julaiha Begum wird 1948 in Singpur geboren. Ihr Vater, ein sehr wohlhabender Geschäftsmann, stirbt als sie noch ganz jung ist. Die Familie zieht dann nach Indien, in ein Dorf, welches etwa 5 Autostunden von der Stadt Madras entfernt liegt. Dort wächst sie auf. 1963, im Alter von 15 Jahren, heiratet sie in einer "versprochenen Ehe" den reichen Unternehmer Abdul Kareem Mohammed Shariff. Das Paar zieht nach Singapur, wo Shariff mehrere Geschäfte hat. Ein Autohandel, ein Juweliergeschäft, ein großer Supermarkt und ein Haushaltswarengeschäft gehören dem jungen Ehepaar. Vier Kinder- zwei Jungen und zwei Mädchen- gehen aus der Ehe hervor, die im Juni 1981 geschieden wird. Julaiha erhält das Sorgerecht für ihren jüngsten Sohn und die beiden Töchter. Sie bekommt eine 3 Zimmerwohnung zugesprochen, allerdings auch nicht mehr.

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Vergeblich versucht sie eine finanzielle Abfingung zu erstreiten. Ihr Ex-Ehemann heiratet später wieder und zieht auf die indonesische Insel Batam. Im Jahre 1997 wird er dort ermordet aufgefunden- der Mord wird nie aufgeklärt. Aber auch Julaiha findet bald nach ihrer Scheidung einen neuen Lebenspartner- den 36 Jahre alten Polizisten Maniam. Der verheiratete Mann verliebt sich im Handumdrehen in die damals 33-jährige Frau. Zwei Wochen nachdem sie sich kennengelernt haben, zieht er mit ihr und den Kindern zusammen. Zehn Jahre später läßt er sich von seiner Frau scheiden und heiratet Julaiha Begum. Er quittiert seinen Dienst bei der Polizei und eröffnet eine Sicherheitsfirma

Das Geschäft läuft von Anfang an sehr gut, und Maniam überschüttet seine Frau mit teueren Geschenken und Juwelen. Er kauft auch ein Haus ein Auto - diese jedoch auf seinem Namen (Anmerkung der Redaktion: Autos sind in Singapur aufgrund der Steuern enorm teuer. So kostet ein Mercedes 300, wie ihn Maniam fuhr, umgerechnet DM 400.000!).

Doch auch diese Ehe steht unter keinem gutem Stern. Julaiha wird mehr und mehr unzufrieden mit ihrem Leben. Sie misshandelt die Kinder und verbreitet Gerüchte über ihren Ehemann. So erzählt sie Freunden, daß Maniam mit ihrer jüngsten Tochter Sex hätte, daß dieser sie öfter einsperrt und ihr tagelang nichts zu essen gibt. Entsetzt bietet ihr ein befreundetet Ehepaar Unterkunft an. Julaiha verläßt das gemeinsame Haus. Doch im Dezember 1998 bitten die Gastgeber sie wieder auszuziehen, weil sie gesehen haben, daß Julaiha den 25-jährigen Mann, namens Loganatha Venkatesan auf offener Straße innig umarmt. Die Freundschaft zerbricht, weil diese nun erhebliche Zweifel an den Darstellungen Julaihas haben. Reumütig kehrt sie zurück zu Maniam, der sie sofort wieder aufnimmt. Doch Loganatha und Julaiha bleiben trotz des großen Altersunterschiedes ein Paar.

Im Februar ist der indische Fischer Govindasamy Ravichandran (28) in Singapur. Zufällig lernt er Julaiha und ihren jungen Liebhaber kennen. Schon bald bieten ihm diese eine Belohnung von S$ 50.000 (ca. DM 60.000) wenn dieser Maniam umbringen würde. Er willigt sein, fordert aber eine Anzahlung von S$ 10.000 (ca. DM 12.000). Seine Bedingung wird erfüllt. Als Sicherheit hinterläßt er eine Kopie seines Reisepasses. Dennoch macht sich der Mann, der in seinem Leben noch nie soviel Geld besessen hat, unverrichteter Dinge auf den Weg nach Indien. Der Coup schlägt fehl! Im März heuert das Paar Chandran Rajagopal, einen Singapurianer, an um Maniam ermorden zu lassen. Diesesmal mit Erfolg.

Am 21. April 1999 wird Maniam beim Verlassen seines Hauses von Loganatha und Chandran gemeinsam totgeschlagen. Doch die Täter haben ein Zeugin hinterlassen: Julaihas jüngste Tochter. Noch am Tage von Maniams Tod läßt Julaiha Begum sich beim Grundstücksamt als neue Eigentümerin des S$ 1 Mio. (ca. DM 1,2 Mio.) teueren Hauses eintragen. Die Töchter schöpfen Verdacht und erzählen der Polizei im ersten Verhör, was sie gesehen haben und was sie vermuten. Die Polizei durchsucht daraufhin das gesamte Haus und findet die Kopie des Reisepasses von Govindasamy Ravichandran, dem indischen Fischer. Über eine Fahndung bei Interpol machen die Beamten den Mann in einem Fischerdorf in Indien ausfindig. Dieser erzählt den Fahndern, wie er angeheuert wurde und wie er das Paar betrogen hat. Julaiha Begum und ihr Liebhaber werden sofort verhaftet. Ferner führt ein Hinweis im Haus ebenfalls zu Chandran Rajagopal, dem Auftragskiller. Dieser hat bei der Verhaftung noch das Foto des Opfers in seiner Brieftasche. Schließlich kannte er sein späteres Opfer gar nicht und mußte es irgendwie identifizieren.

Der Prozess, bei dem der Fischer extra aus Indien eingeflogen wird, dauert 35 Tage und endet am 14. März 2000 mit dem Todesurteil für alle drei Täter. Julaiha Begum wird die erste Frau sein, die nach 5 Jahren in Singapur hingerichtet werden wird. Die Exektionsmethode in Singapur ist Erhängen.

Die Täter

Julaiha Begum

Loganatha Venkatesan

Chandran Rajagopal

Das Opfer

Maniam (gest. 21.04.1999)

Gedanken der Redaktion

Die drei Täter bestreiten heute nicht mehr, den Mord geplant und ausgeführt zu haben. Dennoch bleibt zumindest eine Frage offen: Ist Julaiha Begum -psychisch gesehen- als gesund zu betrachten? Insbesondere die Tatsache, daß die Frau offensichtlich wirklich glaubte ihre Tochter würde mit Maniam schlafen, läßt die Frage durchaus zu. Ein psychologisches Gutachten wurde übrigens nie erstellt.

AKTUELL

28.07.2000 Julaiha Begum, Loganatha Venkatesan und Chandran Rajagopal wurden heute morgen um 05.00 Uhr Ortszeit durch den Strang hingerichtet!